Messen mit dem Messschieber

Messen mit dem Messschieber

Ablesen eines Nonius

Ein Messschieber (in vielen Teilen Österreichs besser bekannt unter den Synonymen Schiebelehre oder Schublehre) ist ein Messinstrument zum präzisen Messen von Längen.
Schon die alten Griechen hatten dieses Instrument in Verwendung – das älteste bekannte Exemplar stammt aus dem 6. Jh. vor Christus. Man fand das aus Holz gefertigte Instrument vor der italienischen Küste auf dem Wrack des griechischen Schiffs Giglio.

Messschieber gibt es heute in verschiedenen Ausführungen, das größte Unterscheidungsmerkmal ist jedoch die Form der Anzeige. Moderne Varianten funktionieren oft mittels eines digitalen LCD Displays, was Ablesefehler reduziert und leichter zu bedienen ist, während frühere Messschieber über eine Uhr oder eine Skala mit einem Nonius verfügten. Hierfür muss man wissen, wie man einen Nonius korrekt abliest, allerdings steckt dahinter keine große Wissenschaft.

Aufbau eines Messschiebers

Ein Messschieber besteht üblicherweise aus einem Stab mit festen Messschenkel oder -schnäbeln für Außen- und Innenmessungen und einem beweglichen Schieber mit den entsprechenden Gegenmessschenkeln. Zusätzlich kann es noch einen weiteren Stab für Tiefenmessungen geben. Auf dem Hauptstab finden sich die beiden Messskalen (metrisch und Zoll) und auf dem Schieber die Nonius-Skalen. Der Schieber kann außerdem über einen Druckhebel oder -knopf verfügen um den Schieber zu bewegen, der ansonsten mittels Federkraft geklemmt wird. Wenn der Messschieber zudem eine Feststellschraube hat, kann er als einstellbare Lehre verwendet werden (daher auch die umgangssprachliche Bezeichnung Schiebelehre).

Wie lese ich nun einen Nonius ab?

Als erstes wird der geöffnete Messschieber grob über das zu messende Maß positioniert.

Danach wird der Messschieber geschlossen. Bei jeder Messung müssen die Schenkel so angelegt werden, dass ein Verrutschen ausgeschlossen werden kann. Es empfiehlt sich, wenn möglich immer die gesamte Schenkellänge zu verwenden.

Im nächsten Schritt wird das Maß gesucht, das vor dem Nullpunkt des Nonius liegt. In diesem Fall ist es 27.

Für die Nachkommastelle werden die Zahlen des Nonius, numerisch aufsteigend, mit der Hauptskala verglichen. Eine genaue Überlappung der Striche zeigt das gesuchte Maß. Somit ist diese Mutter 27,5 mm breit.